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Carola Derning

Dégueulasse, 2009

Ausstellungsdauer:

03. Juni - 26. September 2010

Ausstellungsort:

LENTOS Kunstmuseum Linz

geboren 1963 in Innsbruck, lebt in Wien und New York
 


Carola Dertnig, »Dégueulasse«, 2009

Video, 10‘

 
Dégueulasse bezieht sich sowohl formal als auch inhaltlich auf Facetten der Performancegeschichte und besteht aus einer zehnminütigen, sorgfältig kadrierten Einstellung, die statisch positioniert das Bühnenereignis aus einem leicht nach links versetzten Blickwinkel erfasst.

In einer dreifachen, formal minimalistisch gesetzten Rahmung aus Licht und Schatten paraphrasiert Dertnig – in einer Markthalle in Wien stehend – Handlungsanweisungen für ein performatives Set-up. Abwechselnd gibt sie Instruktionen, Fragen oder Merksätze von sich: «Ideas are one thing, and what happens to them is another thing.« Oder: «If you do one thing for two minutes and you find it boring, do it for four minutes.« Neben selbst verfassten Textpassagen lassen sich in Dégueulasse etwa Zitatfragmente der Choreografin Simone Forti oder des Nouvelle-Vague-Klassikers »À bout de souffle« von Jean-Luc Godard wiederfinden wie auch Bewegungsabfolgen aus Yvonne Rainers Tanzvideo »Trio A«. Es sind aber nicht die Zitate selbst, welche Dertnig in den Vordergrund rückt oder die es zu dechiffrieren gilt. Vielmehr generiert sie den Mehrwert durch die elegante Collage eigener und der aus unterschiedlichen Kontexten kommenden Versatzstücke, die sich – neu zusammengesetzt – einer kausalen Leseart entziehen. »Qu’est-ce que c’est Dégueulasse?«, fragt Patricia Franchini alias Jean Seberg alias Carola Dertnig – und eine klärende Aussage bleibt nicht nur bei Godards Film den RezipientInnen überlassen.

(Dietmar Schwärzler)

 

 

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