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Reinhold Bidner

In Transit, 2009

Ausstellungsdauer:

03. Juni - 26. September 2010

Ausstellungsort:

LENTOS Kunstmuseum Linz

geboren 1975 in Salzburg, lebt in Wien und Salzburg
www.servus.at/subcute
 


Reinhold Bidner, »In Transit«, 2009

Video, 5‘50‘‘

Sound: Richard Eigner

 
Vor dem Eingang der Uffizien in Florenz hängt eine Digitalanzeige, die der Besucherschlange die verbleibende Wartezeit anzeigt. In der Hochsaison kann diese bis zu vier Stunden betragen. Trotzdem ist der Großteil des Publikums, kaum ins Museum gelangt, damit beschäftigt, möglichst schnell die »Highlights« abzuhaken. Sechs Sekunden, so Reinhold Bidners Ausgangshypothese, verharrt der durchschnittliche Museumsbesucher vor einem Bild.

In seinem Video In Transit greift er dieses Phänomen auf. Am Anfang: Ein Bild an der Wand, vor dem ein offenkundig sich gerade ausruhender Mann sitzt. Langsam zoomt die Kamera in das Gemälde hinein, bis der Umraum verschwunden ist – und es beginnt, sich zu bewegen: Das Mädchenporträt des Klassizisten William-Adolphe Bouguereau verwandelt sich in Rubens’ Porträt seiner Tochter, den kranken Bacchus von Caravaggio, dessen Medusenhaupt sowie zahlreiche andere Porträts aus dem Fundus der Kunstgeschichte – bis wieder Bouguereaus Mädchen lächelnd aus dem Bild blickt, die Kamera sich entfernt und die – veränderte – Umgebung filmt. Schlusseinstellung: eine gähnende Frau. Über dem Gemälde liegt während dieser virtuellen Museumswanderung ein Schleier von Tropfen; darauf spiegeln sich Bewegungen von ebenso müden wie hektischen Louvre-BesucherInnen. Durch diese formale Entscheidung hält Bidner den Betrachter auf Distanz, zieht aber auch eine zweite Ebene ein – jene der Schauenden, die vor lauter Überforderung nichts sehen.

(Nina Schedlmayer)

 

 

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